Barcamp Meran – Rückblick, Eindrücke und Vorfreude

Barcamp Meran – Rückblick, Eindrücke und Vorfreude

Anfang Mai durften wir am 9. Barcamp Südtirol in Meran teilnehmen – auf unseren Social Media-Portalen haben wir mit Ihnen einige Eindrücke geteilt. Doch, was ist eigentlich ein Barcamp? Und ist so ein Eventformat auch bei uns möglich?

Was macht ein Barcamp aus?

Was ein Barcamp auszeichnet ist der Charakter einer Anti-Konferenz, sozusagen handelt es sich um eine offene Tagung mit offenen Workshops. Ablauf und Inhalte werden direkt vor Ort von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen selbst bestimmt und gestaltet. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion über verschiedene Themen – in Meran beispielsweise im Kontext “Digitalisierung im Tourismus”. Es gibt keine Zuschauer, kein Publikum. Alle Anwesenden sind aktive Teilnehmer.

Elementarer Bestandteil eines Barcamps ist die lockere, unkomplizierte Atmosphäre. Grundsätzlich besteht ein Barcamp aus 20 bis 25 Diskussionsrunden. Die Diskussionsrunden nennen sich Sessions. Die Inhalte der einzelnen Sessions kommen von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die zu ihrem Thema eine Session anbieten.

Nach dem Motto “Wissen teilen um das eigene Wissen zu vermehren” wird in den ersten 10 Minuten jeder Session das Thema eingeleitet, die restliche Zeit wird gemeinsam diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Wie ist der Ablauf?

In der Regel starten die Veranstalter gemeinsam mit den Teilnehmenden mit einem Frühstück, danach erfolgt eine kurze Begrüßung durch den Veranstalter. Und los geht’s – es wird ein grober Zeitplan für die nächsten 48 Stunden festgelegt und jeder Teilnehmer stellt sich in drei (Schlag-)Worten kurz vor.

Darauf folgt die Vorstellung der Sessions: Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin hat die Gelegenheit, einen Workshop, einen Vortrag, eine Diskussion oder ähnliches anzubieten. Mittels Handzeichen wir das Interesse für die jeweilige Session ermittelt und die Räume werden eingeteilt. Es können so viele Sessions gleichzeitig stattfinden, wie Räume zur Verfügung stehen.

Die Vortragenden können und sollen ihre Sessions gestalten, wie sie möchten. Präsentationsfolien, Texte, Handouts, Videos, alles ist erlaubt. Es geht im Kern jeder Session darum, sich über Themen auszutauschen. Ziel bzw. Hauptbestandteil ist es nicht, ein konkretes Ziel zu erarbeiten oder eine Entscheidung herbeizuführen. Den Abschluss einer jeden Session bilden daher meist eine kurze Zusammenfassung und der weitere Austausch der Teilnehmer in lockerer Atmosphäre.

 

Gruppenfoto aller Teilnehmer des 09. Barcamps Südtirol. (Quelle: https://www.barcampsuedtirol.org/de)
Gruppenfoto aller Teilnehmer des 09. Barcamps Südtirol. (Quelle: https://www.barcampsuedtirol.org/de)

 

Gibt es Regeln?

Ja, es gibt tatsächlich Regeln. Tantek Çelik, einer der Erfinder des Barcamps, definierte insgesamt acht Regeln wie folgt (Quelle: barcamp.at; in die deutsche Sprache übersetzt):

Regel 1: Du sprichst über ein Barcamp.

Regel 2: Du bloggst über ein Barcamp.

Regel 3: Wenn du präsentieren willst, schreibst du dein Thema und deinen Namen in einen Präsentationsslot.

Regel 4: Du stellst dich nur mit drei Schlagwörtern vor.

Regel 5: Es gibt so viele Präsentationen gleichzeitig, wie die Räumlichkeiten erlauben.

Regel 6: Es gibt keine vorher festgelegten Präsentationen und keine „Touristen“.

Regel 7: Präsentationen dauern so lange, wie sie müssen – oder bis sie sich mit dem nachfolgenden Präsentationsslot überschneiden.

Regel 8: Bei deiner ersten Barcamp-Teilnahme musst du eine Session halten. (Zugegeben, wir haben trotz erstmaliger Teilnahme keine Session gehalten, haben uns aber aktiv eingebracht, Fragen gestellt und mitdiskutiert)

Übrigens: Hierarchien gibt es keine, alle Teilnehmenden begegnen sich auf Augenhöhe. Alle, die etwas lernen und/oder beitragen möchten, sind eingeladen, bei einem Barcamp dabei zu sein.

 

In dieser Session geht es um ein sehr spannendes Thema: Open Data.
In dieser Session geht es um ein sehr spannendes Thema: Open Data.

 

Unser Eindruck

Es war toll an solch einem Format mitzuwirken und mit so vielen verschiedenen Menschen aus der Tourismusbranche in Kontakt zu treten. Besonders gut hat uns die unkomplizierte und lockere Atmosphäre gefallen, die einen sehr offenen Austausch ermöglicht. Wir blicken zurück auf jede Menge spannende Sessions, beispielsweise über “Virtual Reality” und “Visual Storytelling”. Besonders die Sessions, in denen es um die Verwendung und Handhabung Daten aller Art ging, stießen auf sehr großes Interesse. Das Programm können Sie hier nachlesen.

Wir können es kaum abwarten, so ein Event-Format in die Postgarage zu bringen und dort unsere eigenen Barcamps stattfinden zu lassen. Mit Ihnen als aktive Teilnehmer!

Empfehlung: Im September findet übrigens das Tourismus-Castle Camp Kaprun statt. Wir haben das Event als Empfehlung auf unsere Website gestellt, schauen Sie doch mal rein – vielleicht möchten Sie sich anmelden uns nach Salzburg begleiten?

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